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Depression
Nichts macht mehr Freude, Sie können sich nur schwer oder gar nicht zu normalen und gewohnten Tätigkeiten aufraffen, sind unkonzentriert und unentschlossen. Die Gedanken drehen sich im Kreis, Sie grübeln, die Leistung lässt nach und Ihr Selbstwert sinkt.
Es gibt aber auch das: Sie fühlen sich wie getrieben, sind ruhe- und rastlos, gereizt und leben einen sinnlosen Beschäftigungsdrang aus. Ängstlichkeit begleitet Sie durch den Tag.
Auch der Körper entwickelt Symptome. Störungen des Schlafes entstehen, Sie haben vielleicht Schmerz, - Kälte- und Drucksymptome, Appetitmangel und Gewichtsverlust, Verdauungsstörungen oder leiden an Rückenschmerzen oder Problemen mit dem Herzen.
Treffen mehrere dieser beschriebenen Zustände auf Sie zu, könnte es sein, dass Sie an einer Depression erkrankt sind.
Suchen Sie Hilfe
In Österreich leiden ungefähr 400.000 Menschen unter Depressionen – Kinder, Frauen, Männer und alte Menschen! Alle haben noch immer mit gesellschaftlichen Vorurteilen zu kämpfen, und viele versuchen, ihren Weg alleine aus dem Tief zu finden.
Sollten Sie bei sich oder ihren Angehörigen einige dieser Merkmale wahrnehmen, nehmen Sie ärztliche Hilfe in Anspruch! Depressionen lassen sich heilen, speziell dann, wenn Sie schon bei den ersten Anzeichen sofort reagieren und Hilfe annehmen. Die Kombination aus medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung ist besonders wirksam.
Eine Nichtbehandlung führt auf Dauer zu einem 3- bis 4-fach erhöhtem Suizidrisiko. 10–15 Prozent der Betroffenen nehmen sich das Leben. In Österreich sind Suizide häufiger als Todesfälle durch Verkehrsunfälle!
Während Frauen eher ihrem Zustandsbild Ausdruck geben können indem sie weinen oder darüber sprechen, werden Depressionen bei Männern und alten Menschen häufig übersehen.
Was können Sie als Angehöriger tun, wie einem Betroffenen helfen?
Mit den Appellen, sich »zusammenzureißen« oder »es wird schon wieder« haben Sie keine Chance: Depressionen kann man nicht mit dem puren Willen bewältigen. Auch stundenlange, sich im Kreis drehende Gespräche sind nicht die Lösung. Machen Sie sich und dem Betroffenen klar, dass es eine Erkrankung ist, die mit Medikamenten (von denen man nicht abhängig wird) und/oder Gespräche behandelbar ist.
Ermuntern Sie zum Anruf beim Arzt, der Ärztin oder PsychotherapeutIn und zur Behandlung.
Speziell bei alten Menschen werden depressive Symptome als normale Alterserscheinung gesehen oder als Demenz missverstanden.
Symptome der Depression beim älteren Menschen
Abgeschlagenheit, Mattigkeit, Energielosigkeit, Interesselosigkeit
Übertriebene Sorge, Angstgefühle, Misstrauen
Appetitlosigkeit, Magen-Darm-Beschwerden
Wertlosigkeit, »vermindertes Selbstwertgefühl«
Negatives Denken
Kognitive Einbußen – verstärken die Spirale der negativen Empfindungen
Angst vor der Zukunft – ein Dauerstress, der zur Schwächung der Immunabwehr führt
Gestörter Schlaf
Übersteigertes Schmerzempfinden
Wahnideen (Versündigungs-Verfehlungs-Verarmungswahn), zentrieren sich auf Ur- und Todesängste
Schuldgefühle; Grübeln, Einengung; Suizidgedanken
Ungelöste Konflikte aus Jugend und frühem Erwachsenenleben brechen auf
Faktoren, die die Depression im Alter fördern
Depressive Episoden in der Anamnese des Patienten
Soziale Isolation, Vereinsamung, Verlust der gewohnten Umgebung
Lichtmangel
Verlust der Selbständigkeit und vertrauten Personen
Kurz zurückliegende Todesfälle im näheren Umfeld des Patienten (PartnerIn, erwachsene Kinder, Freundeskreis)
Körperliche Erkrankungen und chronische Beschwerden
Verluste von Aufgaben, Fertigkeiten und Ressourcen
Vermeidende Stressbewältigungsstrategien mit Rückzug
Labile Persönlichkeit mit Misserfolgsorientierung bei überhöhten Ansprüchen
Gesellschaftliche Abwertung als nutzlose Last
Sich als wert- und nutzlos erlebend
Nahendes Lebensende
Doch Vorsicht: Je »bemutternder« die Betreuung, umso hilfloser und depressiver wird der Kranke!
Alte Menschen brauchen Zuwendung, Zeit und neben der medizinischen Behandlung auch Gespräche über:
Werte:
Erlebniswerte (sich der Welt öffnen, berühren lassen)
Schöpferische Werte (Schaffen und Gestalten)
Einstellungswerte (grundsätzliche Haltung zum Leben)
Umgang mit Verlusten:
Suchen und Schaffen von Lebensperspektiven – neue oder noch vorhandene Sinnmöglichkeiten herausfinden
Aufkommende Gefühle von Schmerz, Trauer, Enttäuschung, Wut und Aggression zulassen und begleiten. Klagen zulassen, denn sie haben Sinn.
Auslösefaktoren (entdecken und ändern) und
dem Suchen von Tätigkeiten, bei denen die Person Beachtung und Wertschätzung aufgrund der eigenen Fähigkeiten erleben kann.
Integration in soziale Aktivitäten/Gruppen
KONTAKT
Mag.a (FH) Sabine Oswald
Psychotherapeutin (Geronto- und systemische Familientherapie)
sabine.oswald@stmk.volkshilfe.at
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